Auf den Feldern des Bio-Bauern


Was machst du als Zwischenfrucht? Eignet sich Klee als Untersaat? Welches ist der beste Zeitpunkt zum Säen? Beim Ecoland-Feldtag haben sich zwölf Hohenloher Bio-Bauern mit   ihrem Kollegen René König auf dessen Feldern getroffen und Erfahrungen ausgetauscht.

 

465 – rund ein Drittel der Mitglieder der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall – bewirtschaften ihre Höfe nach ökologischen Maßstäben. Organisiert sind die Bio-Bauern im Verband Ecoland. Uwe und Kevin Kozel aus Dörzbach vom Birkenhof bei Dörzbach etwa, die vor neun Jahren umgestellt haben und Schwäbisch-Hällische Bio-Schweine züchten und mästen. „Geschlossenes System“ nennt man das, wenn Zucht und Mast in einer Hand sind. „Das haben wir schon früher so gemacht“, bekräftigt Uwe Kozel, 47, „dabei bleiben wir auch.“

 

Vater und Sohn nehmen am Ecoland-Feldtag teil, den Berater André Hutzenlaub organisiert hat. Gastgeber ist Bio-Schweinebauer René König aus Schweigern bei Boxberg, der die Gruppe auf seine Felder führt. Ein schönes Bild: Lange Getreidehalme wiegen sich im Wind, dazwischen leuchtet Klatschmohn. Deswegen sind die Bauern allerdings nicht hierhergekommen, sie interessiert etwas anderes. „Triticale hält den Ackerfuchsschwanz in Schach“, erklärt König.

 

Unkraut ist nämlich ein großes Thema bei ökologisch wirtschaftenden Bauern, die nicht auf die Chemiekeule zurückgreifen können. Gegen den gefürchteten Ackerfuchsschwanz, gegen Klette und Ampfer hilft bei Bio-Bauern nur körperlicher Einsatz. Mit dem Striegel oder der Hacke rücken die Landwirte den Unkräutern zu Leibe.

 

Warum sind die Kozels eigentlich auf Bio umgestiegen? „2007 waren die Schweinepreise im Keller, da macht man sich natürlich seine Gedanken“, erzählt der Seniorchef. Auf dem Birkenhof ist die zweijährige Umstellung längst vollzogen.

Einfacher, so sagt Uwe Kozel, ist die Arbeit nicht geworden.

 

An einem Dinkelacker angekommen, diskutieren die Landwirte: Lohnt es sich, das Bio-Getreide als Brotgetreide zu vermarkten? „33 Euro für 100 Kilogramm“, Uwe Kozel schüttelt den Kopf: „da gebe ich es lieber meinen Schwäbisch-Hällischen, denen schmeckt’s auch.“ Die fehlenden Flächen sind ein weiteres Problem von Bio-Bauern; etwa die Hälfte des benötigten Futters für ihre Tiere baut Familie Kozel selbst an, den Rest müssen sie teuer zukaufen.

 

 

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Selbst einem so erfahrenen Landwirt wie René König gelingt nicht alles, was er anpackt. Der Sommerdinkel ist „nichts geworden“, das sehen selbst Laien auf einem mickrig bewachsenen Feld. Es war einfach zu trocken, sagt König: „Der ist ausgehungert.“ Apropos Trockenheit: Wenn es jetzt zu regnen beginnt, wird das Unkraut schießen – das Getreide hat nämlich mit dem Wachsen aufgehört. Uwe Kozels Satz bringt die Situation der Bio-Bauern auf den Punkt: „Du musst mit Leib und Seele dabei sein, sonst wird das nichts.“

 

 

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