Bauernhöfe statt Agrarindustrie


Bäuerliche Landwirtschaft und regionales Lebensmittelhandwerk sind in Gefahr, die Agrarkonzerne treiben die Industrialisierung der Landwirtschaft voran – hierzulande, aber auch weltweit. „Wir wollen Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ fordern daher Zehntausende, die an diesem Samstag bei der siebten „Wir haben es satt“- Demonstration in Berlin auf die Straße gehen.

 

Der Hohenloher Bio-Bauer Rudolf Bühler ist Mitinitiator und Förderer der Großdemonstration. Der Gründer der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) vertritt rund 1400 Landwirte aus Hohenlohe und spricht bei der Demonstration. Das Bündnis ist ein Beleg dafür, dass kleinbäuerliche Landwirtschaft eine Zukunft hat. Die Höfe, von denen viele im Nebenerwerb geführt werden, erwirtschaften dank der Zugehörigkeit zur bäuerlichen Gemeinschaft ein gesichertes und auskömmliches Einkommen. Jeder Bauer, ob klein oder groß, hat die gleichen Pflichten und Rechte.

 

Für die Interessen von Kleinbauern weltweit setzt sich auch der vom BESH-Bildungswerk, der Stiftung Haus der Bauern initiierte Kongress ein, der im März in Hohenlohe stattfinden wird: Unter dem Titel Global Peasants‘ Rights bringt er Betroffene, Experten und Engagierte für vier Tage zusammen mit dem Ziel, eine Erklärung für die Rechte von Kleinbauern zu verabschieden. Diese soll in eine UN-Menschenrechtserklärung münden. Bühler und seine Kollegen aus Hohenlohe werden die Demonstration auch nutzen, auf den Kongress aufmerksam zu machen und weitere Kontakte zu Interessenten zu knüpfen.

 

Es geht um viel: Das weltweite Höfesterben schreitet rasant voran, die handwerkliche Lebensmittelherstellung wird verdrängt, hunderte Millionen Menschen leiden an Hunger oder Mangelernährung, die Artenvielfalt schwindet und die Klimakrise verschärft sich. Wie eben bekannt wurde, bricht das Jahr 2016 nach Angaben der US-Klimabehörde NOAA und der US-Weltraumbehörde Nasa den globalen Temperaturrekord – mit unabsehbaren Folgen. Forscher warnen vor einer deutlichen Zunahme von Hitzewellen und Starkregenfällen, steigendem Meeresspiegel, knapper werdenden Süßwasserressourcen und geringeren Ernten. Besonders betroffen: die Kleinbauern weltweit.

 

Der Schulterschluss zwischen Bäuerinnen und Bauern mit kritischen Verbraucherinnen und Verbrauchern bei der Demonstration „Wir haben es satt“ ist also nötiger denn je.

 

Kongress zu den Rechten von Kleinbauern (7. bis 10. März 2017):

www.global-peasants-rights.com


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