Bio garantiert hohe Wertschöpfung


Bio in Deutschland boomt. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche ist innerhalb von fünf Jahren um 50 Prozent gestiegen. Heute stammt jedes neunte Ei von einem Bio-Huhn und auch der Anteil an Bio-Schweinefleisch steigt.

 

Die Biofach in Nürnberg ist mit mehr als 50 000 erwarteten Fachbesuchern und rund 3500 Ausstellern die größte Fachmesse für ökologisch erzeugte Lebensmittel. Alljährlich werden hier Kennzahlen der Branche veröffentlicht. So hat der Anteil der Bio-Fläche in der deutschen Landwirtschaft nun die 10-Prozent-Marke geknackt; fast 12 Milliarden Euro haben die Deutschen für Bio-Lebensmittel ausgegeben.

 

Die Nachfrage lässt das Angebot steigen. Deutlich fällt das Plus bei Bio-Schweinefleisch aus: Innerhalb von fünf Jahren wurden 57 Prozent mehr erzeugt – von 19,8 Tonnen (2015) auf 31 Tonnen (2019). Anteil daran haben auch Rainer und Simone Franz. Auf die alte Landrasse der Schwäbisch-Hällischen setzen die beiden Landwirte seit langem. Jetzt haben sie ihren Hof in Ochsental (Hohenlohekreis) auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt – eine Entscheidung, die im Familienrat mit den Töchtern Katharina und Sophia gefallen ist.

 

Wir wollen auf gesundem Boden gesunde Lebensmittel erzeugen
Rainer Franz, Landwirt

 

Mehr Platz für die Tiere, keine Pflanzenschutzmittel und keine Chemie auf dem Acker und im Stall: Die Anforderungen erfüllte man schon zuvor weitgehend, sagen sie. „Wir wollen auf gesundem Boden gesunde Lebensmittel erzeugen“, sagt Rainer Franz. Diese liegen bei  Verbrauchern im Trend: Von 2018 auf 2019 haben die Deutschen 14,7 Prozent mehr Bio-Schweinefleisch gekauft. Die Umstellung des Betriebs auf Schwäbisch-Hällische Bio-Schweine garantiert zudem eine noch höhere Wertschöpfung für die Landwirte: Für ein Kilogramm Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch bekommt der Bauer 2,38 Euro (konventionell: 1,76 Euro); Schwäbisch-Hällisches in Bio-Qualität schlägt mit 3,90 Euro zu Buche.

 

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Zweites Standbein des Familienbetriebs ist der liebevoll gestaltete Hofladen. Alle zwei Monate wird geschlachtet; hier verkauft Simone Franz Bio-Frischfleisch und Bio-Hausmacher Wurst vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein, dazu Bio-Heumilchkäse und frisch gebackenes Brot. Auch mit der Direktvermarktung liegen die Franzens im Trend. Die anderen Tiere werden im Erzeugerschlachthof der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall geschlachtet – wie es den Anforderungen an die EU-geschützte Spezialität entspricht.

 

Betrachtet man den Bio-Anteil bei verschiedenen Lebensmitteln, relativieren sich die Zahlen freilich. Bei Eiern beträgt er beispielsweise 14,1 Prozent, bei Milch 10,1 Prozent. Gerade mal 2,6 Prozent der Fleischerzeugung erfolgt biologisch, Fleischwaren und Wurst liegen lediglich bei 1,6 Prozent. Da ist noch Luft nach oben.

 

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