Das Land braucht Bauern


Am Auftaktwochenende der Grünen Woche in Berlin sind bei der siebten „Wir haben es satt!“-Demonstration 18 000 Menschen für Bauernhöfe und den tier- und umweltgerechten Umbau der Landwirtschaft vor das Brandenburger Tor gezogen. Die Berliner Filmemacher Carsten und Jakob Krüger haben für uns das Geschehen beobachtet.

 

Angeführt von 130 Traktoren, die aus der ganzen Bundesrepublik angereist waren, drückten die Demonstranten unter dem Motto „Agrarkonzerne, Finger weg von unserem Essen!“ lautstark ihren Protest gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft aus. 

Transparente wie „Land braucht Bauern“ oder „Baysanto Nein Danke“ machten die Anliegen des lautstarken Protests deutlich. Gefordert wurde eine neue Agrarpolitik, die konsequent an den Leistungen der Bauern für Umwelt- und Tierschutz ausgerichtet ist.

 

Rudolf Bühler, Vorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, hatte die Band Hautnah aus Hohenlohe für das „Rock for Nature“-Konzert mitgebracht, die mit Songs von Pink Floyd und Bob Dylan für Stimmung sorgten. Bühler eröffnete die Abschlusskundgebung mit einer engagierten Rede gegen die Machenschaften der internationalen Agrochemiekonzerne, die Saatzucht und Tierzucht zu ihrem Geschäftsmodell machen wollten zu Lasten der bäuerlichen Landwirtschaft. „Wenn die Fusion von Bayer und Monsanto von den behördlichen Instanzen genehmigt werden sollte, wird dieses globale Monopol auf Saatgut das Ende der bäuerlichen Landwirtschaft weltweit bedeuten“, sagte Bühler und weiter: „Bauern, welche über Generationen und seit Jahrtausenden unsere Nutztiere und Nutzpflanzen entwickelt haben, werden damit auf kaltem Wege enteignet. Was bisher Allgemeingut der Menschen in den ländlichen Regionen war, kommt nun in den Besitz des imperialistischen Großkapitals!“

 

Olaf Tschimpke, Naturschutzbund, forderte eine „Politik, die der Natur nützt und die Bauern schützt“. Für die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft sprach Bundesgeschäftsführer Georg Janßen. „Wenn 100 000 Betriebe in den letzten zehn Jahren ihre Hoftüre für immer zugemacht haben, ist das ein Armutszeugnis“, rief er den Demonstrierenden zu, „dann müssen wir als Bewegung den Druck noch weiter verschärfen.“

 

Ein erfolgreiches Modell gegen das Höfesterben ist die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, der sich rund 1450 Landwirte in Hohenlohe angeschlossen haben. Das starke Bündnis sichert die Existenz auch kleiner Höfe im Nebenerwerb. Die Verbraucher zahlen für die ausgezeichneten bäuerlichen Erzeugnisse höhere Preise, die den Landwirten direkt zugute kommen.

 

Der Link zum Film

https://www.youtube.com/watch?v=qUN4rtl9qx4

 


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