Die bäuerliche Großfamilie


Hohenloher Bauern haben Zukunft, lautet die Botschaft der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Für die Zukunft stehen junge Männer, die aus Überzeugung den elterlichen Hof übernehmen - wie Florian Ehrmann aus Brettheim.

 

Die Leidenschaft für die Landwirtschaft ist dem 21-Jährigen wohl in die Wiege gelegt worden. „Ich wollte nie in den Kindergarten, sondern daheim mithelfen“, erinnert sich Florian Ehrmann. Für ihn war immer klar: Er wird Hofnachfolger. Und das aus freien Stücken: „Niemand hat mir gesagt, dass ich es machen muss“, versichert er.

 

Filmbeitrag

 

Aber alle stehen hinter ihm. Zur bäuerlichen Großfamilie von Günter und Andrea Ehrmann („da sind wir auch stolz darauf“) gehören Florians Geschwister Larissa und Manuel mit ihren Partnern sowie Freund Angelo. Den hat das Landwirtschaftsfieber nämlich auch gepackt, daher macht er in der Abendschule eine Ausbildung zum Nebenerwerbslandwirt. Derzeit ist Angelo bei den Ehrmanns angestellt, um Florian während des Studiums zu entlasten.

 

Denn heute gehört mehr als Überzeugung dazu, wenn einer diesen anspruchsvollen Beruf wählt. Florian hat also nach der Schule in Crailsheim eine Ausbildung zum Landwirt gemacht und studiert zurzeit an der Technikerschule und Höheren Landbauschule Triesdorf; im Juli nächsten Jahres wird er seinen Abschluss zum Techniker für Landbau machen. „Als Landwirt muss man Betriebswirtschaft beherrschen“, weiß der junge Mann, „das lerne ich dort.“

 

Zur Großfamilie gehört inzwischen auch Florians Freundin Leonie, gelernte Metzgerin. An den Wochenenden hilft sie ebenfalls mit, etwa wenn die Ehrmanns ein neues Projekt in Angriff nehmen. Eine Futterhalle und einen Stall mit 600 Mastplätzen einige hundert Meter vom Hof entfernt haben sie bereits erstellt, ein zweiter ist in Bau. Hier werden die Schwäbisch-Hällischen Mastschweine in großen, luftigen Boxen mit Stroheinstreu und Auslauf gehalten.

 

Wann Florian Ehrmann den Hof übernehmen wird, ist noch nicht ausgemacht. „Das werden wir rechtzeitig entscheiden“, ist er sicher. Seit dem Jahr 2015 ist der Betrieb als GbR Günter und Florian Ehrmann eingetragen. Das funktioniert gut, sagen beide.     Andrea Ehrmann ergänzt lachend: „Die Entscheidungen werden so lange ausdiskutiert, bis beide einer Meinung sind.“ Dass der junge Landwirt eher bereit ist, Risiken einzugehen, erinnert Günter Ehrmann an seine Zeit als Hofnachfolger: „Damals war mein Vater der Vorsichtigere, heute bin ich es.“

 

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Florian reizt vor allem die Arbeit auf dem Betrieb. „Ich bin ein Praktiker“, sagt er, „ich mache alles gerne – im Stall und auf dem Acker.“ Genug zu tun gibt‘s auf dem Ehrmannschen Hof. Die Familie hält rund 200 Muttersauen, in der Mehrzahl Schwäbisch-Hällische. Die Umstellung auf die Zucht und Mast der alten Landrasse hat im Jahr 2011 begonnen. Das Futter für die Schweine bauen die Ehrmanns auf rund 80 Hektar Fläche an: Erbsen, Ackerbohnen, Weizen, Gerste, Triticale, Mais und Raps.

 

Viel Zeit für die Landjugend bleibt Florian neben Studium und Arbeit nicht. Er ist dennoch zufrieden. „Den ganzen Tag auf dem gleichen Platz sitzen und dasselbe tun, das könnte ich nicht“, ist der 21-Jährige überzeugt. Dann zeigt er über die Felder: „Brettheim, das ist Heimat. Wir haben die Freiheit und die Natur. Ich will hier nicht weg.“

 

Info: 
Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall hat Florian Ehrmann als Hofnachfolger den Agrarkulturpreis 2018 in der Kategorie Biodiversität zuerkannt.

Ort: Rot am See-Brettheim (Kreis Schwäbisch Hall)

Tiere: 200 vor allem Schwäbisch-Höllische Muttersauen, 600 Schwäbisch-Hällische Mastschweine

 

 

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