Die Ernte hat begonnen


Häufig geht derzeit der Blick der Bauern zum Himmel. Bei der Ernte spielt das Wetter eine entscheidende Rolle, denn Getreide sollte nicht mehr als 15 Prozent Feuchtigkeit haben. Dieter Hofmann, Bio-Bauer aus Hohenlohe, hat den richtigen Zeitpunkt gewählt.

 

Über der Hohenloher Ebene dräuen dicke Wolken am Himmel, doch immer wieder blitzt die Sonne durch. Landwirt Dieter Hofmann hat auf sein Glück gesetzt und für diesen Tag den Lohn-Mähdrescher bestellt. Der Roggen, den er im Herbst auf 7,3 Hektar Ackerfläche gesät hat, ist reif und muss geerntet werden. Schon jetzt ist Hofmann mit der Ernte zufrieden. „So hoch habe ich den Roggen noch nie gehabt“, zeigt der Bauer aufs Feld, „fast mannshoch!“

 

 

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Was zu früheren Zeiten mühsam erst mit der Sichel, dann mit der Sense von Hand geerntet werden musste, erledigen seit Mitte der 1960er Jahre die Mähdrescher. In einem Arbeitsgang wird das Getreide gemäht und gedroschen – das heißt, die Körner werden aus den Ähren gelöst.

 

Die rote Maschine auf Hofmanns Feld zieht ihre Bahnen. Was im Innern geschieht, sieht man nicht, nur das Schneidwerk, das auf hydraulisch höhenverstellbaren Kufen vor der Maschine hergeschoben wird. An ihm befinden sich auch so genannte Ährenheber, die vom Regen niedergedrückte Getreidehalme anheben. Ein Messerbalken schneidet die Halme ab, dann erfasst eine sich drehende Schnecke die Getreidepflanzen und führt sie dem Kettenförderer im Einzugskanal zu, der sie wiederum zur Dreschtrommel transportiert.

 

Die Dreschtrommel trennt etwa 90 Prozent der Körner von den Halmen. In ihr drehen sich verschiedene Trommeln mit hoher Geschwindigkeit, dabei werden die Körner ausgeschlagen und durch die Zentrifugalkraft ausgedroschen. Das Dreschgut – Körner, Spelzen, Kurzstroh – gelangt durch den Dreschkorb direkt in die Reinigung, in der Spelzen und Kurzstroh ausgesiebt werden. Die übrig gebliebenen Körner werden durch einen Höhenförderer in den Korntank gebracht.

 

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„Der ist jetzt voll“, deutet Hofmann die Signale seines Erntehelfers und fährt mit dem Traktor den Anhänger vor. In einem dicken Strahl rieseln die goldgelben Körner hinein und füllen ihn in Minutenschnelle. Das Stroh belässt der Bio-Bauer auf dem Feld. Mit dem Strohhächsler hat der Mähdrescher die Halme bereits zerkleinert, die Hofmann anschließend unterpflügen wird. Stroh ist schließlich auch ein guter Dünger und liefert dem Boden wertvollen Humus.

 

Den Roggen wird Hofmann als Brotgetreide vermarkten. Das meiste Getreide der Hohenloher Bauern – neben Roggen sind es Gerste, Triticale, Weizen – verfüttern die Halter freilich an ihre Schwäbisch-Hällischen Schweine. Dann wird das Stroh nicht untergepflügt, sondern in den Ställen als wärmende Unterlage für die Tiere eingestreut.

 

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