Die gefüllte Nudel aus Schwaben


Die Maultasche gehört in Schwaben zu Ostern wie der Osterhase oder das Osternest. Jede Hausfrau hat ihr Rezept für die Spezialität, die vorzugsweise in der Karwoche auf den Tisch kommt. Selbst gemacht schmecken sie nämlich am besten. Hier verraten wir, wie’s geht.

 

Hierzulande wird die Maultasche im Volksmund auch Herrgottsbcheißerle genannt. Der Name ist schnell erklärt: Am Ostersonntag endet bekanntlich die christliche Fasten- oder Passionszeit. Da während dieser Zeit kein Fleisch gegessen werden darf, haben es die findigen Schwaben einfach in den Maultaschen versteckt. Mit Schwaben ist übrigens das geografische Gebiet gemeint: Es umfasst ganz Baden-Württemberg sowie den gesamten Regierungsbezirk Schwaben des Freistaates Bayern.

 

Maultaschen sind nicht nur das Spitzenerzeugnis der schwäbischen Küche, sie entsprechen auch dem Wesen der Schwaben
Thaddäus Troll, schwäbischer Dichter

 

Zur Herkunft der Maultasche gibt es verschiedene Legenden. Eine besagt, dass auf diese Weise Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn (daher auch der Name Maultasche) in der Fastenzeit das Fleisch vor ihrem Herrgott verstecken wollten. Eine andere, dass es Protestanten waren, die der ursprünglich nur mit Kräutern und Spinat gefüllten Teigtasche heimlich Fleisch beifügten. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1831 zurück. Damals beschrieb der königlich württembergische Prälat Johannes Christoph von Schmid die Maultasche als „gefüllte Nudel aus Schwaben“.

 

In seinem Buch „Deutschland deine Schwaben“ hat der bekannte schwäbische Dichter Thaddäus Troll den Maultaschen ein literarisches Denkmal gesetzt. „Sie sind für mich nicht nur das Spitzenerzeugnis der schwäbischen Küche, sie entsprechen auch dem Wesen der Schwaben“, schrieb er, „In einem unliebenswürdigen Gewand verbirgt sich ein delikater Kern. Sie schmecken hehlenga (heimlich) gut.“

 

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Ursprünglich waren die Teigtaschen ein Arme-Leute-Essen, da unter der Hülle die Küchenreste der letzten Tage Verwendung fanden. Heute ist die Maultasche längst salonfähig und wird das ganze Jahr über genossen. In unserem Rezept verwenden wir natürlich Schwäbisch-Hällisches Qualitätsfleisch, denn es steht - ganz wie die schwäbische Maultasche - unter dem Siegel „geschützte geografische Angabe“ der Europäischen Union.

 

Zutaten (für vier Personen):

  • 500 g Nudelteig (beim Bäcker bestellen)
  • 250 g Schweinebrät vom Schwäbisch-Hällischen (beim Metzger bestellen)
  • 250 g fein gehackter Schwäbisch-Hällischer Schweinebauch
  • 5 Eier
  • 500 g frischer Spinat
  • 1 Zwiebel
  • Petersilie gehackt
  • 100 g magerer gerauchter Echt Hällischer Speck
  • Braten- oder Schinkenreste
  • 1 - 2 altbackene Brötchen
  • Pfeffer, Salz, Muskat

 

Zubereitung:

  1. Spinat kochen, gut ausdrücken und hacken. Zwiebeln fein schneiden und in Butter glasig werden lassen. Braten- oder Schinkenreste sowie Speck fein würfen. Brötchen in Wasser einweichen, gut ausdrücken und mit allen anderen Zutaten durch den Fleischwolf drehen und abschmecken.
  2. Den Teig auswellen und in lange Streifen schneiden.Die Füllung gleichmäßig auf eine Seite verteilen und die andere darüber schlagen. Die mit Eiweiß bestrichenen Ränder mit einem Holzlöffel gut andrücken und anschließend durchschneiden.
  3. In Fleischbrühe langsam ziehen lassen.
  4. Mit geschmälzten Zwiebeln und Kartoffelsalat servieren.

 

Wir wünschen guten Appetit – und schöne Ostern!

 

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