Die Rechte aller Bauern


Der Auftritt des Schwäbisch-Hällischen Protestschweins vor der Bayer-Zentrale in Leverkusen hat im vergangenen Jahr für Furore gesorgt. Mit ihrem spektakulären Protest gegen die geplante Fusion der Agrokonzerne Bayer und Monsanto lenken die Hohenloher Bauern die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ein ganz aktuelles Thema: die Rechte von Kleinbauern.

 

Wenn bei dem Kongress Global Peasants’ Rights (Globale Bauernrechte) in Schwäbisch Hall (7. bis 10. März) eine Resolution für einen stärkeren rechtlichen Schutz für Kleinbauern erarbeitet wird, geht es auch um den Schutz der Bauern hierzulande. Veranstalter sind gemeinsam mit der weltweiten Kleinbauernbewegung La Via Campesina und der Menschenrechtsorganisation FIAN die Stiftung Haus der Bauern, das Bildungswerk der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH).

 

BESH-Gründer Rudolf Bühler und seine Mitstreiter haben erfahren, welche Begehrlichkeiten bäuerliches Saatgut und bäuerliche Tierzucht bei der internationalen Agrarindustrie wecken können. 2009 hat der US-amerikanische Konzern Monsanto versucht, die alte Landrasse der Schwäbisch-Hällischen Schweine für sich patentieren zu lassen.

 

Die Schweine der alten Landrasse weisen nämlich nach Auskunft der Umweltschutzorganisation Greenpeace das Gen auf, um dessen Erkennung es bei dem „smart breeding“ genannten Verfahren der Monsanto-Tochter New Choice Genetics ging: ein „Leptin-Rezeptor-Gen“, das Schweine schneller fett werden lässt, deren Fleisch überdies weniger schrumpft, wenn es ans Braten geht. Etwa die Hälfe der Schwäbisch-Hällischen Schweine tragen Rudolf Bühler zufolge die begehrte Genvariante.

 

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Bereits damals hat der streitbare Bauer seine Schweine vor das Europäische Patentamt in München getrieben, um gegen den Übergriff zu protestieren. „Unsere Schweine sind besonders stressresistent, gut geeignet für Weidehaltung und haben besonders zartes Fleisch“, fasste er die Vorzüge der von den Hohenloher Bauern geretteten alten Landrasse zusammen. „Jetzt laufen wir Gefahr, dass Monsanto eines Tages Lizenzgebühren verlangt - für Tiere, die wir vor dem Aussterben gerettet haben.“ Der Protest hatte dank öffentlicher Aufmerksamkeit Erfolg, 2010 wurde das Patent widerrufen.

 

„Saatgut und Tierzucht müssen in bäuerlicher Hand bleiben“: Die Forderung von Rudolf Bühler betrifft alle Bauern und zwar weltweit.

 

https://www.youtube.com/watch?v=MNUKDVEK184

 

Information zum Kongress:

www.global-peasants-rights.com


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