Ein Bauernjahr (7): Ehrmanns feiern Niederfallet


Die Ernte ist eingebracht. Gemeinsam feiern die beiden Ehrmann-Familien auf Markus Ehrmanns Hof das traditionelle Fest Niederfallet.  In der Serie „Ein Bauernjahr“ gibt unser Landwirt aus Herbertshausen ein Jahr lang Einblicke in sein Leben.

 

Für die Bauern geht in diesen Tagen eine aufregende Zeit zu Ende. „Die Ernte ist der Höhepunkt des Jahres“, sagt Markus Ehrmann, ehe er sich auf den Mähdrescher schwingt. Zu Beginn des Tages war die große Maschine auf den Feldern von Vetter Günter Ehrmann im Einsatz, am Spätnachmittag drischt Markus Ehrmann. Die beiden Familien teilen sich die wichtigsten und teuersten landwirtschaftlichen Geräte.

 

Die extreme Hitze und anhaltende Trockenheit haben auch auf seinen Feldern dem Getreide zugesetzt. „Wir haben aber keine Totalausfälle“, sagt der promovierte Landwirt, „ich beklage mich nicht.“ Freilich, der Ertrag ist in diesem Jahr geringer und die Ähren sind aufgrund des Wassermangels nicht besonders hoch gewachsen. Die Ausbeute an Stroh – das für die Einstreu der Mastställe mit Schwäbisch-Hällischen Schweinen benötigt wird – ist im Vergleich gering.

 


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Der 20-Stunden-Tag hat früh begonnen. Von 2 bis 4 Uhr am Morgen haben Markus Ehrmann und Mitarbeiter Bennie Schweine verladen und zum Erzeugerschlachthof nach Schwäbisch Hall gebracht. Die Anfahrt dauert etwa eine Stunde, ist daher für die Schwäbisch-Hällischen stressfrei. Und die Temperaturen sind nachts erträglicher. „Für die Tiere sind es ja auch Hundstage“, sagt der Landwirt und wischt sich den Schweiß von der Stirn. 

 

 

 

Eine dicke Wolke dräut über dem Weiler und es beginnt zu regnen. Ursprünglich wollten sie Strohballen pressen, doch das Wetter macht dem Plan einen Strich durch die Rechnung. „Den Bauern regnet‘s in die Werkstatt, lautet ein altes Sprichwort“, Markus Ehrmann zuckt mit den Schultern. Sprich: Die Bauern sind wie kein anderer Berufsstand der Witterung ausgesetzt.  

 


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Die Folgen des trockenen und heißen Sommers sind an allen Pflanzen sichtbar. Markus Ehrmann gewinnt für einen regionalen Vermarkter Wildsamen beispielsweise von Quirlblütigem Salbei. In einer großen, luftigen Halle liegen die Pflanzen ausgebreitet, bis sie gedroschen werden. „Hier sind drei unterschiedliche Stadien zu sehen“, der Agrarwissenschaftler zeigt‘s: Ein Fruchtstand ist reif, in einem zweiten müssen die Samen noch nachreifen, in einem dritten sind sie unreif und werden es bleiben.

 

Über die Tradition von Niederfallet klärt uns Markus‘ Vater Helmut Ehrmann auf. „Früher gab’s zu diesem Fest Erntegeld für alle, die mitgearbeitet haben“, sagt er, „die Männer bekamen ein Bier und wir Kinder süßen Sprudel.“ So feiern die Ehrmanns und ihre Helfer Niederfallet auch 2018 – mit Bier, Sprudel und lecker Gegrilltem vom Schwäbisch-Hällischen Schwein.

 

Im kommenden Monat besuchen wir unseren Landwirt wieder. Schauen Sie rein!

 

 

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