Fachkraft Bio


Bio boomt – auch im Lebensmitteleinzelhandel fragen Verbraucher zunehmend nachhaltig erzeugte Waren nach. Da ist es wichtig, dass sich die Angestellten in Sachen Bio auch auskennen. Hier setzt eine neue Fortbildung an, die in Hohenlohe angeboten wird.

 

Mit dem Kurs „Fachkraft Bio“ nimmt die Akademie für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft auf Schloss Kirchberg so richtig Fahrt auf. Im vergangenen Jahr hat die Stiftung „Haus der Bauern“ aus Schwäbisch Hall das ehemalige fürstlich-hohenlohische Schloss von der Evangelischen Heimstiftung gekauft. Im historischen Rittersaal findet der theoretische, bei Exkursionen ins bäuerlich geprägte Hohenlohe der praktische Teil der Fortbildung statt.

 

Die zwölf „Bio-Pioniere“, wie sie BESH-Chef Rudolf Bühler nennt, sollen nach der Fortbildung alle anstehenden Kundenfragen kompetent beantworten können und in ihren Märkten als Multiplikatoren für die Kollegen wirken. Die Verbände, die sich im Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft zusammengeschlossen haben, erwarteten Beratungskompetenz im Lebensmitteleinzelhandel – schließlich sind die Bio-Produkte teurer und erklärungsbedürftiger als konventionelle Ware, die Bio-Kunden kritischer. Bühler betont: „Es darf nicht sein, dass die Kundschaft mehr weiß als die Angestellten.“ Alle nicken zustimmend.

 

Ist Bio gleich Bio? Gibt es Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Bio-Waren? Worin unterscheiden sich Bio und Demeter? Stimmt es, dass Bio-Ware immer ungespritzt ist? Dozentin Helga Freund-Amann von Edeka lässt die Teilnehmenden – zehn Frauen und zwei Männer – ihre Fragen und Erwartungen an die Fortbildung auf ein Flipboard pinnen. Da kommt einiges zusammen, doch für die „Fachkraft Bio“ sind schließlich auch sechs Schulungstage vorgesehen: Grundlagen des ökologischen Landbaus (zwei Tage), Bio im Markt – Sortiment, Strategie (zwei Tage) und Erfolgsfaktor Bio – aus der Praxis für die Praxis (zwei Tage).

 

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Im Anschluss legen die Kursteilnehmer eine mündliche und schriftliche Prüfung ab, die von der Industrie- und Handelskammer anerkannt wird. Dabei geht’s ans Eingemachte: Die Prüflinge müssen eine Bio-Aktion für die Kunden im Markt planen und durchführen. Dann gilt es, diese auszuwerten und mit dem Feedback von Kunden wie Kollegen einschließlich Umsatzentwicklung zu präsentieren.

 

„Wir sind kein Supermarkt, wir sind ein Fachgeschäft“, gibt Kursleiterin Freund-Amann vor. Da ist es Voraussetzung, dass auch Bio-Fachkräfte in den Märkten Verbraucher aufklären und beraten können. Immerhin kaufen einer Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2014 zufolge immerhin bereits 14 Prozent immer und 27 Prozent der Deutschen häufig Bio-Lebensmittel ein.


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