Geschwister gesucht!


Was haben die Schweinerasse Schwäbisch-Hällische, die Rebsorte Tauberschwarz und die Zwiebelsorte Höri-Bülle gemeinsam? Erstens: Alle drei liefern Produkte, die das Herz jedes Gourmets höher schlagen lassen. Zweitens: Alle drei reisen an Bord der symbolischen Arche des Geschmacks von Slow Food.

 

1996 wurde die Arche des Geschmacks zu Wasser gelassen, seither wurden weltweit 3945 wertvolle regionale Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen in den Katalog aufgenommen – mit dem Ziel, sie vor dem Vergessen und Verschwinden zu bewahren, Biodiversität zu erhalten und Genussfreude zu stärken. Dementsprechend lautet das Motto: Essen, was man retten will. Denn was nicht gegessen wird, wird nicht nachgefragt, kann also nicht verkauft werden und wird deshalb nicht hergestellt.

 

Eine großartige Idee, die auf breite Unterstützung treffen sollte. Doch die Realität sieht hierzulande anders aus: Die deutsche Passagierliste umfasst aktuell gerade einmal 58 Produkte. Die große Mehrheit der Passagiere sind vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen wie das Schwäbisch-Hällische Schwein

 

https://www.slowfood.de/biokulturelle_vielfalt/die_arche_passagiere schwaebisch_haellisches_landschwein/

 

und Nutzpflanzensorten wie die Höri-Bülle-Zwiebel 

 

https://www.slowfood.de/biokulturelle_vielfalt/die_arche_passagiere/hoeri_buelle/).

Die kleinere Gruppe sind handwerklich hergestellte Lebensmittel wie Wurst - und Käsespezialitäten, die nur noch von wenigen Produzenten erzeugt werden. Damit besitzt Deutschland etwas mehr Arche-Passagiere als das kleine Österreich (42) und ebenso viele Arche-Spezialitäten wie die kleine Schweiz. In Italien – das Land, in dem Carlo Petrini 1986 Slow Food gegründet hat – sind es stolze 691 Passagiere.

 

Gibt es in Deutschland so wenig Schützenswertes? Unwahrscheinlich. Darum rufen wir auf zur Suche nach Arche-Geschwistern für das Schwäbisch-Hällische Landschwein. Um in die Arche des Geschmacks aufgenommen zu werden, müssen Passagiere folgende Kriterien erfüllen:

 

• Sie sind in der Existenz bedroht.

• Sie zeichnen sich aus durch einzigartige geschmackliche Qualität.

• Sie haben eine historisch überlieferte Bedeutung.

• Sie besitzen identitätsstiftenden Charakter für eine Region.

• Sie unterstützen die nachhaltige Entwicklung einer Region.

• Sie stammen aus artgerechter Haltung (Tiere).

• Sie sind frei von gentechnischer Veränderung.

• Die Produkte sind käuflich erwerbbar.

 

Möchten Sie ein schützenswertes Produkt vorschlagen? Hier finden Sie das Formular: 

 

https://www.slowfood.de/biokulturelle_vielfalt/die_arche_passagiere/


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Kommentare



  • Nina am Samstag, 07 Januar 2017

    Sehr inspirierend, die Aktivitäten von Slowfood... vielen Dank für den interessanten Beitrag.