Landwirtschaft ohne Gentechnik (1): Zucht und Acker bleiben sauber


Deutsche Verbraucher wollen keine Gentechnik auf dem Teller. Dem tragen die Hohenloher Bauern Rechnung, und zwar aus Überzeugung: Seit ihrer Gründung arbeiten die Mitglieder der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall ohne Gentechnik in der Zucht und auf dem Acker.

 

Gentechnik in der Landwirtschaft trifft in der Bevölkerung auf deutliche Kritik: 79 Prozent der Deutschen lehnen es ab, dass Nutztiere mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert werden, gut die Hälfte lehnt das sogar strikt ab. Neben den gesundheitlichen Aspekten gibt es auch ethische Bedenken. Drei Viertel der Bevölkerung meinen, dass der Mensch kein Recht habe, Pflanzen und Tiere gezielt gentechnisch zu verändern. Das ist das Ergebnis der Naturbewusstseinsstudie im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und des Bundesamts für Naturschutz. Die vierte bundesweite Befragung wurde im Sommer 2015 erhoben und beruht auf einer Stichprobe von 2054 Personen im Alter ab 18 Jahren.

 

Beim Einkauf können sich Verbraucher darauf verlassen, dass mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ kennzeichnete Erzeugnisse keinerlei transgene Bestandteile enthalten. Entsprechend der breiten Ablehnung von Gentechnik ist das Siegel längst auf Erfolgskurs: Mit mehr als 6000 Lebensmitteln „Ohne Gentechnik“ werden 2017 über 4,4 Milliarden Euro erwirtschaftet, meldet der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), der das Siegel im Auftrag der Bundesregierung vergibt

 

Zu diesen Lebensmitteln gehören Fleisch und Wurstwaren aus Schwäbisch-Hällischem Qualitätsschweinefleisch. Seit ihrer Gründung im Jahr 1988 ist die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Vorreiterin der Bewegung: „Der Einsatz von gentechnischen Zuchtmethoden ist verboten“, heißt es in den Erzeugerrichtlinien für Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch. Und weiter: „Gentechnisch manipulierte Futtermittel oder Pflanzen, die von gentechnisch manipuliertem Saatgut stammen, sind in der Schwäbisch-Hällischen Qualitätsfleischerzeugung sowie im Gesamtbetrieb verboten.“  www.haellisch.de/Erzeugerrichtlinien

 

Das Versprechen, ohne Gentechnik zu arbeiten, ist damit auch Bestandteil des EU-Siegels „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.). Das Futter soll vom eigenen Hof kommen, muss jedoch mindestens zu 80 Prozent aus Baden-Württemberg und Bayern stammen. Die restlichen 20 Prozent haben die Bauern früher zugekauft: Gentechnisch unverändertes Soja aus Übersee, um die Eiweißversorgung der Schweine zu decken.

 

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Das ist heute anders. Warum der Anbau eine Herausforderung für die Bauern darstellt, erfahren Sie in der nächsten Ausgabe unseres Blogs – dann besuchen wir einen Bio-Landwirt in Hohenlohe, der erstmals Soja gesät hat. www.ohnegentechnik.org

 

 

 

 

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