Lebensmittel mit der grünen Raute


Auf die grüne Raute können sich Verbraucherinnen und Verbraucher verlassen: Das Siegel „Ohne Gentechnik“ macht Produkte erkennbar, die garantiert so erzeugt wurden. Die vor zehn Jahren eingeführte Kennzeichnung hat hierzulande eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen.

 

Die Zahlen sprechen für sich: 69 Prozent der Bevölkerung in Deutschland bevorzugen Lebensmittel mit dem Ohne-Gentechnik-Siegel, 71 Prozent sind gegen den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen zur Fütterung von Nutztieren. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG). Ilse Aigner, Präsidentin des bayerischen Landtags, hat jetzt die Umfrageergebnisse vorgestellt und dabei auch Bilanz gezogen: Vor zehn Jahren hat Aigner als damalige Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Siegel eingeführt.

 

Mir ist es immer um Transparenz für die Verbraucher gegangen
Ilse Aigner, Präsidentin des bayerischen Landtags sowie ehemalige Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

 

Die Siegelvergabe hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dem Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) übertragen. Mittlerweile sind mehr als 14 000 Lebensmitteln in Deutschland so gekennzeichnet. Produkte mit dem Siegel haben 2018 einen Gesamtjahresumsatz von 7,7 Milliarden Euro erzielt. Für 2019 erwarten Experten des VLOG einen Umsatz von 8,5 Milliarden. „Mit der Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung haben wir 2009 eine große Informationslücke für die Verbraucher geschlossen“, sagt Ilse Aigner. „Mir ist es immer um Transparenz für die Verbraucher gegangen. Das gilt natürlich auch für die Futtermittel.“

 

Die Mitgliedsbetriebe der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall sind Vorreiter der Bewegung. Von Anfang an war Gentechnik in Zucht und Mast der Schwäbisch-Hällischen verboten. In den Erzeugerrichtlinien für Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A. (geschützte geografische Angabe) heißt es: „Die Zucht erfolgt durch klassische bäuerliche Tierzuchtmethoden anhand von Auslese der besten, gesündesten, fruchtbarsten und widerstandsfähigsten Tiere mit bester Fleischqualität und deren gezielter Anpaarung. Der Einsatz von gentechnischen Zuchtmethoden ist verboten.“

 

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Zur Fütterung heißt es in den Erzeugerrichtlinien:  „Gentechnisch manipulierte Futtermittel oder Pflanzen, die von gentechnisch manipuliertem Saatgut stammen, sind in der Schwäbisch-Hällischen Qualitätsfleischerzeugung sowie im Gesamtbetrieb verboten.“ Damit bilden die Hohenloher Bauern bis heute die absolute Ausnahme. Deutschlandweit werden mehr als 99 Prozent der Schweine mit gentechnisch verändertem Sojaschrot gefüttert. Dagegen bekommen Schwäbisch-Hällische Landschweine während der Mast Getreide vom eigenen Hof oder von regionalen Betrieben mit vitaminiertem Futterkalk; zur Ergänzung wird  gentechnisch unverändertes Eiweiß aus Erbsen- oder Bohnenschrot gefüttert. Ein Teil des Sojaschrots wird im übrigen in der Donauregion angebaut.

 

Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch ist garantiert frei von Gentechnik – dafür bürgt auch das gelb-blaue Siegel der Europäischen Union. Mit fortlaufenden Kontrollen auch durch neutrale Stellen wird die Einhaltung der strengen Erzeugerrichtlinien überprüft. Die geschützte geografische Angabe (g.g.A.) stellt sicher, dass nur Schweine aus der Region unter dem Zeichen vermarktet werden dürfen.

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