Ökologie hat Zukunft


Wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft aus? Darüber haben die Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche Deutschland mit Rudolf Bühler von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) in Wolpertshausen diskutiert.

 

Nachhaltigkeit, Klima- und Tierschutz sind ihre zentralen Themen: Die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der Gliedkirchen in der EKD (AGU) ist ein Zusammenschluss der von ihren Landeskirchen ernannten Beauftragten für Umweltfragen. Die Experten beraten die Kirchenleitung und sind für Bildungs- wie  Studienarbeit zuständig. Clemens Dirscherl, Geschäftsführer des evangelischen Bauernwerks in Württemberg, hatte die Gruppe im Rahmen einer dreitägigen Konferenz in Hohebuch nach Wolpertshausen geführt. Er wollte exemplarisch zeigen, dass „eine andere Idee“ marktfähig sein kann.

 

BESH-Vorstand Rudolf Bühler berichtete von der Gründung der Erzeugergemeinschaft und ihrem wichtigsten Projekt, der Rettung des Schwäbisch-Hällischen Landschweins. „Artensterben findet nicht nur im Dschungel, sondern auch hier statt“, bekräftigte der Bio-Landwirt. „Es kann doch nicht sein, dass Tiere und Pflanzen, die unsere Vorfahren aus ihrem indigenen Wissen heraus entwickelt haben, nichts mehr wert sein sollen.“ Die alte Landrasse hat (heute wieder) ihren Wert, das belegt die Erfolgsgeschichte der Erzeugergemeinschaft, der sich mittlerweile rund 1450 der insgesamt rund 5000 Bauernhöfe in Hohenlohe angeschlossen haben. „Unsere Themen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagte Bühler.

 

Die Mission des bäuerlichen Zusammenschlusses sei, die Potenziale der Region in Wert zu setzen und den Menschen der Region zugänglich zu machen. Dies könne aber nur auf Ressourcen schonende Weise geschehen. Bühler zitierte den ehemaligen Bundestagsabgeordneten und heutigen Präsidenten des Club of Rome, Ernst-Ulrich von Weizsäcker: „Die ökologische Landwirtschaft ist um den Faktor vier effizienter.“ Nachhaltigkeit statt Wachstum um jeden Preis: Der BESH-Gründer bekannte sich zu dem ökologischen Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren und künftig wieder bereitgestellt werden kann.

 

„Ein spannendes Projekt“, befand Pfarrer Uwe Hesse, Umweltpfarrer der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Hesse ist an einem Arche-Hof beteiligt, auf dem bedrohte Nutztierrassen wie das Rote Höhenvieh und Englische Parkrindern gehalten werden. Die Gruppe, so Hesse, plant die Gründung einer regionalen Genossenschaft. Aus der Diskussion in Wolpertshausen – im Anschluss ging es zu den Eichelmastschweinen auf die Weide in Cröffelbach – konnte der Umweltpfarrer interessante Anregungen mitnehmen.

 

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