Serie (10): Die Tiergesundheit


Jeder Landwirt möchte, dass seine Tiere gesund aufwachsen. Und er hat es auch in der Hand, sagt Stefan Wesselmann, Tierarzt in Wallhausen (Landkreis Schwäbisch Hall): „Der wichtigste Faktor für die Tiergesundheit ist der Bauer.“ Ein Landwirt, der regelmäßig nach den Tieren schaut und sie genau beobachtet, kann im Fall einer Erkrankung schnell reagieren. „Nicht die Stallgröße spielt die entscheidende Rolle, sondern wie gut der Bauer die Tiere betreut.“

 

Gute Betreuung beginnt beim Stallklima: Zugluft und Staub beispielsweise bekommen den Schweinen nicht. Für die Haltung der Schwäbisch-Hällischen Schweine ist in den Erzeugerrichtlinien festgeschrieben: „Ställe müssen mit einer ausreichenden Be- und Entlüftung ausgerüstet sein und sie müssen ausreichend Tageslicht erhalten können für das Wohlbefinden der Tiere.“ Und weiter: „Stroheinstreu ist Pflicht für das Wohlbe- finden der Tiere, ebenso Gruppenhaltung und Tageslicht.“ Auch die Hygiene – so seltsam es sich für den Laien angesichts der sprichwörtlich „dreckigen Sau“ anhört – spielt eine wichtige Rolle für die Tiergesundheit. Denn Schweine sind reinliche Tiere, halten sich an getrennte Fress- und Liegeplätze und koten an immer der gleichen Stelle im Auslauf.

 

Trotz bester Haltungsbedingungen können auch Schweine einer alten und widerstandsfähigen Landrasse wie die Schwäbisch-Hällischen erkranken. „Dann ist der Landwirt verpflichtet, seine Tiere sachgemäß zu behandeln“, sagt Tierarzt Wesselmann. Das schreibt das Tierschutzgesetz vor. Wie die sachgemäße Behandlung aussieht, darüber muss der Tierarzt entscheiden. Wesselmann ist Schulmediziner und hat sich zusätzlich auf Homöopathie für Tiere spezialisiert. Er behandelt auf den Höfen der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall vorzugsweise mit ayurvedischen Kräutern und naturheilkundlichen Mitteln.

 

Müssen aufgrund einer schweren Erkrankung Antibiotika eingesetzt werden, wird dies in der Hi-Tier-Datenbank dokumentiert. Das behandelte Tier bekommt eine Kerbe ins Ohr und scheidet aus dem Schwäbisch-Hällischen Qualitätsfleischprogramm g.g.A. (geschützte geografische Angabe) aus.  So ist sichergestellt, dass nur unbehandeltes Qualitätsfleisch zu den Kunden kommt.

 

Die Hohenloher Landwirte Martin und Waltraud Hanselmann (siehe Qualität hat Ihren Preis - Folge 8) machen mit ihren Schwäbisch-Hällischen offenbar alles richtig: Die Hi-Tier-Datenbank zeigt nur vereinzelte Einträge. „Ich muss versuchen, die Umweltbedingungen zu optimieren, dann ist der Betrieb intakt“, davon ist Martin Hanselmann überzeugt. Der Erfolg gibt ihm Recht.

 

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