Serie (11): Ohne Gentechnik


Die grüne Raute kennen Verbraucherinnen und Verbraucher: Das Siegel „Ohne Gentechnik“ kennzeichnet Produkte, die garantiert so erzeugt wurden. Die 2009 eingeführte Kennzeichnung hat hierzulande eine echte Erfolgsgeschichte vorzuweisen.

 

 

Die meisten Deutschen lehnen Gentechnik in Lebensmitteln als „nicht sicher“ und „unnatürlich“ ab. Hier hat die schönfärberisch so genannte Grüne Gentechnik europaweit (im Gegensatz zu Großbritannien und Spanien etwa) den schwersten Stand. Der letzten Eurobarometer-Umfrage zum Thema Biotechnologie aus dem Jahr 2010 zufolge sprachen sich 72 Prozent der Bundesbürger gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel aus. Solche Import-Lebensmittel, die laut EU-Gesetz gekennzeichnet werden müssen, finden sich nicht in den Regalen deutscher Supermärkte.

 

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Doch die Regelungen haben Lücken: Verbraucher können nicht erkennen, ob tierische Produkte wie Milch, Fleisch oder Eier von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln wie Import-Soja gefüttert wurden. Das „Ohne Gentechnik“-Siegel gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern Sicherheit: Bei so gekennzeichneten Lebensmitteln muss der Erzeuger Gentechnik-Futter und Zutaten nachweislich ausgeschlossen haben. Bio-Produkte dürfen ohnehin keine Gentechnik enthalten.

 

Die Mitglieder der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall sind Vorreiter der Bewegung. Von Anfang an war Gentechnik in Zucht und Mast der Schwäbisch-Hällischen verboten. In den Erzeugerrichtlinien für Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A. (geschützte geografische Angabe) heißt es: „Die Zucht erfolgt durch klassische bäuerliche Tierzuchtmethoden anhand von Auslese der besten, gesündesten, fruchtbarsten und widerstandsfähigsten Tiere mit bester Fleischqualität und deren gezielter Anpaarung. Der Einsatz von gentechnischen Zuchtmethoden ist verboten.“ Und zur Fütterung weiter: „Gentechnisch manipulierte Futtermittel oder Pflanzen, die von gentechnisch manipuliertem Saatgut stammen, sind in der Schwäbisch-Hällischen Qualitätsfleischerzeugung sowie im Gesamtbetrieb verboten.“

 

Und die Bewegung zieht Kreise: Das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Baden-Württemberg vergibt sein Qualitätsabzeichen – wie es auch das Schwäbisch-Hällische trägt - seit diesem Jahr nur noch für gentechnikfreie Produkte. 2013 erhielten allein im Land 80 000 Tonnen Milch, rund 297 Millionen Eier und 443 600 Schlachtschweine das baden-württembergische Qualitätszeichen.

 

Die Siegelvergabe hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dem Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) übertragen. In der VLOG-Produktdatenbank sind alle 247 Hersteller, Händler und Gastronomen aufgeführt, die bereits das Siegel für rund 1600 Produkte verwenden: http://www.ohnegentechnik.org.

 

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