Serie (12): Die perfekte Diät


Schweine futtern für ihr Leben gerne. Wenn sie sich viel bewegen, wie es die Schwäbisch-Hällischen Eichelmastschweine bei der Futtersuche auf der Weide tun, ist das auch in Ordnung. Tiere, die im Stall gehalten werden, brauchen aber die perfekte Diät, um gesund aufzuwachsen. Dieter Hofmann und seine Kollegen vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall berechnen für die Mitgliedsbetriebe die jeweils richtige Futtermischung. Die ist je nach Alter und Situation der Tiere – Ferkel, Jungschweine, Mastschweine, tragende oder säugende Sauen – ganz unterschiedlich.

 

Dazu ist in den Erzeugerrichtlinien für Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A. (geschützte geografische Angabe) nachzulesen: „Die Mitgliedsbetriebe sind verpflichtet, ausschließlich pflanzliche Futtermittel einzusetzen, die für die Tiergesundheit unbedenklich sind und die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere fördern sowie eine gute Fleischqualität erzielen lassen.“ Gentechnisch veränderte Futtermittel sind verboten, ebenso jeder Einsatz pharmazeutischer Futterzusatzstoffe.

 

Schweine haben bekanntlich die Anlage, schnell zu wachsen. Beim Hybridschwein liegt die Tageszunahme bei über 1000 Gramm; beim Schwäbisch-Hällischen ist eine Tageszunahme von rund 700 Gramm gewünscht. Dafür muss den Tieren das richtige Futter mit den richtigen Inhaltsstoffen angeboten werden. Damit die Schweine wachsen, bekommen sie Energie und das Eiweiß, das im Futter enthalten ist. Damit die Schweine gesund bleiben, bekommen sie zur Ergänzung Mineralstoffe und Vitamine.

 

Energielieferanten in der Futterration sind stärkereiche Mittel wie Getreide oder Ölsaaten. Gerste, Weizen, Triticale und Mais ernten die Mitglieder der Erzeugergemeinschaft auf ihren Feldern. „Je höher der Ertrag beim Getreide aber ist, desto niedriger ist der Eiweißgehalt“, erklärt Hofmann. Darauf muss wiederum die Menge an Eiweißfuttermittel abgestimmt werden. Hier setzt die Erzeugergemeinschaft zunehmend Soja- und Erbsenschrot aus heimischem Anbau ein.

 

„Die richtige Eiweiß- und Energiemenge bewirkt, dass das genetische Material an Magerfleisch ausgeschöpft wird“, erklärt Hofmann. „Ziel ist ein Schwäbisch-Hällisches Schwein mit einem Magerfleischanteil von 52 Prozent.“ Bei Kreuzungstieren sind es rund 56 Prozent. Wird zu viel Energie gefüttert, wachsen die Schweine schneller, werden zugleich aber auch fetter. Hofmann: „Es gilt, die Balance zu finden.“ Am Ende der Mast bekommen die Schwäbisch-Hällischen zudem Vitamin E „zugunsten der bestmöglichen Fleischqualität“.

 

Auch für das Wohlbefinden der Schweine ist ausgewogenes Futter wichtig. „Damit kann der Landwirt beeinflussen, wie sich die Tiere verhalten“, erklärt Hofmann. Magnesium zum Beispiel beruhigt. Ein echter Schlankmacher ist Stroh, denn es enthält viel Rohfaser. Das sättigt. Welche Rolle Stroh in der Haltung der Schwäbisch-Hällischen sonst noch spielt, erfahren Sie in der nächsten Woche. Schauen Sie rein!

 

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