Serie (14): Der Landwirt


Mehr als die Hälfte, genau 62 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg werden im Nebenerwerb betrieben. Diese Bauern erzielen ihren Hauptverdienst über eine andere Arbeit und führen trotzdem ihren Hof weiter. Das Verhältnis Vollerwerb zu Nebenerwerb ist bei den Landwirten, die Schwäbisch-Hällische Schweine züchten oder mästen, nicht anders. Was dieser Umstand mit unserer Serie „Qualität hat ihren Preis“ zu tun hat? Sehr viel!

 

Wer Nebenerwerbslandwirt ist, macht diese Arbeit beileibe nicht nebenbei – im Gegenteil. Klaus Memmler vom Hirschhof beispielsweise, der hauptberuflich als Möbelschreiner arbeitet, ist mit Herzblut Bauer. Gemeinsam mit dem Vater hat er ein altes Fahrsilo auf dem Hof zum Schweinestall umgebaut. Hier mästet der Hohenloher Schwäbisch-Hällische Schweine. Zehn bis zwölf Wochen alt und etwa 30 Kilogramm schwer sind die Ferkel, wenn sie zu ihm kommen. Die Tiere leben in drei mit Stroh eingestreuten Buchten mit großzügigem Freigelände. Von Frühling bis in den Herbst hinein hält der Bauer auch Eichelmastschweine auf seiner großen Weide.

 

Wenn der 49-Jährige Besucher herumführt, ist ihm der Stolz ins Gesicht geschrieben. Und wenn er mit der Zunge schnalzt, kommen die schwarzweißen Schweine sofort neugierig an den Zaun getrippelt. Die Arbeit mit den Tieren und an der frischen Luft macht dem Bauern offensichtlich so viel Freude, dass sie die Doppelbelastung aufwiegt. Wie er möchten viele seiner Kollegen auf den Ausgleich zum (Büro-)Job nicht verzichten. Ein gut funktionierender Betrieb dieser Art ist aber auf eine gut funktionierende Familie angewiesen. Sprich: Ohne die Unterstützung von Ehefrau Beate und seiner drei Söhne könnte der Memmlersche Hof nicht überleben.

 

Wichtig gerade für Nebenerwerbslandwirte ist auch die Zugehörigkeit zur Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. „Bei uns hat jeder Bauer, ob groß oder klein, eine Stimme“, unterstreicht Fritz Wolf vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst, „jeder wird gleich behandelt.“ Die bäuerliche Gemeinschaft sichert dem Landwirt im Rahmen des Schwäbisch-Hällischen Qualitätsfleischprogramms g.g.A. (geschützte geografische Angabe) die Abnahme seiner Mastschweine. Pro Jahr rund 350 Tiere selbst zu vermarkten, dafür bliebe selbst für einen engagierten Bauern wie Klaus Memmler nicht genug Zeit – ein wenig soll doch auch für die Familie übrig bleiben...

 

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