Serie (16): Die Förderung der Zucht


„Landwirte, die Nahrungsmittel erzeugen, die Kulturlandschaft erhalten und die natürlichen Ressourcen und das Klima schützten“, werden von der grün-roten Landesregierung künftig kräftig unterstützt. Etwa 630 Millionen Euro, kofinanziert mit EU- und Bundesmitteln, fließen im Rahmen von Fakt (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl) in  den Jahren 2014 bis 2020 in die landwirtschaftlichen Betriebe, so das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Mit Fakt soll die Förderung stärker am Prinzip „öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen“ ausgerichtet werden, sagte der Minister für den ländlichen Raum, Alexander Bonde (im Bild bei einem Besuch in Schwäbisch Hall), bei der Vorstellung der Maßnahme im vergangenen Jahr.

 

Zu den öffentlichen Leistungen, die Landwirte erbringen, zählt die Sicherung landschaftspflegender gefährdeter Nutzungen wie Streuobstbestände und Weinbausteillagen sowie die Sicherung gefährdeter Rinder- und Pferderassen. Und die Sicherung der Schwäbisch-Hällischen Schweine. Bauern, die eine Schwäbisch-Hällische Zuchtsau oder einen Eber dieser alten Landrasse halten, bekommen künftig pro Jahr 160 Euro Fördermittel.

 

Mit der Entscheidung, Schwäbisch-Hällische zu halten, nehmen die Landwirte schließlich auch Nachteile in Kauf. Beispielsweise ist eine Sau dieser Rasse nicht so leistungsfähig wie ihre Schwestern der heute verbreiteten Hybridrassen. Sprich: Sie wirft weniger Ferkel. Den Bauern ist eben wichtiger, dass die kräftigen Schwäbisch-Hällischen mit den großen Schlappohren und der prägnanten Färbung vorbildliche Mütter sind. Schwäbisch-Hällische Schweine wachsen auch langsamer als Artgenossen anderer Rassen: Ihre Tageszunahme liegt bei 750 bis 800 Gramm, ein Schwein der Rasse Large White bringt täglich ein Plus von 950 Gramm auf die Waage. Dafür liefern die Schwäbisch-Hällischen qualitativ besonders hochwertiges Fleisch, das mit dem g.g.A.-Siegel der Europäischen Union geschützt ist.

 

Bis 15. Mai können die Landwirte beim zuständigen Landratsamt einen so genannten gemeinsamen Antrag stellen. Für die Mitglieder der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall kümmern sich Fritz Wolf und seine Kollegen vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst um den Schriftverkehr. „Das ist ein echter Beitrag zur Bewahrung der alten Rasse“, ist Wolf mit der Förderpolitik der Landesregierung zufrieden: Die Rettung der traditionsreichen Schwäbisch-Hällischen wird nun auch von Seiten des Staates gewürdigt.

 

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