Serie (18): Der Preis für die Erzeuger


Der Aufwand, den die Hohenloher Bauern für ihre Schwäbisch-Hällischen Schweine treiben, ist groß. Das beginnt bei der Haltung auf Stroh und geht bis zum gentechnisch unveränderten Futter. Im Gegenzug können sich die Mitglieder der Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall aber darauf verlassen, dass sie am Ende für ihre Tiere einen angemessenen Preis bekommen. Und dass ihre Schweine abgenommen werden, egal wie groß der Bedarf ist.

 

Den Marktwert für konventionelles Schweinefleisch regeln Angebot und Nachfrage. Das bildet der so genannte Marktticker der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. ab. Hier wird einmal pro Woche der Preis veröffentlicht, den ein Landwirt für ein Kilogramm Schlachtgewicht seines Schweins erhält. Gerade mal 1,40 Euro waren es in der vergangenen Woche. „Wir zahlen immer die Notierung plus 40 Cent“, erklärt Fritz Wolf vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst. Und noch etwas ist festgelegt: Egal wie niedrig die Marktpreise sind, der Preis von Schwäbisch-Hällischem Qualitätsschweinefleisch geht nie unter 1,30 Euro pro Kilo Schlachtgewicht. „Wir greifen in Tiefpreisphasen ein und unterstützen damit unsere Landwirte.“

 

In früheren Zeiten haben Bauern mit ihren Sauen Ferkel erzeugt und diese gemästet, um sie schließlich schlachten zu lassen. In der modernen Landwirtschaft sind diese Bereiche heute meist getrennt: Auf einem Hof kommen die Ferkel zur Welt, auf einem anderen wachsen sie zu Schweinen heran. Das ist auch bei der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft nicht anders. „Ideal ist aus hygienischen Gesichtspunkten, wenn es immer die gleiche Kombination zwischen Erzeuger und Mäster ist“, erklärt der Experte.

 

Die Marktpreise für konventionelle Ferkel veröffentlicht die baden-württembergische Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume Schwäbisch Gmünd wöchentlich auf ihrer Webseite. Der Durchschnittspreis für ein Ferkel beträgt in dieser Woche 44,40 Euro. Mit dem so genannten Ferkelbonus legt die Erzeugergemeinschaft auch hier einiges drauf, erklärt Wolf: „Bis zu 22 Euro mehr bekommt ein Ferkelerzeuger der Schwäbisch-Hällischen.“

 

Noch etwas fällt bei der Ferkel-Notierung auf: „Preis 100-er Gruppe“ ist hier zu lesen. Wolf klärt auf: „Auf dem konventionellen Markt sind große Gruppen gefragt.“ Je größer die Anzahl der Ferkel, desto höher der Preis. Das gilt bei den Hohenlohern nicht: „Bei uns steht Masse nicht im Vordergrund, wir nehmen auch kleine Gruppen.“ Die starke Gemeinschaft sichert damit auch die Zukunft vieler Zu- und Nebenerwerbslandwirte. Und die bäuerliche Landwirtschaft, wie sie – zum Glück – hier noch erhalten ist.

 

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