Serie (19): Der Transport


„Die Schlachtschweine werden vom Erzeuger selbst oder von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall oder in deren Auftrag unter Einhaltung der Tierschutzvorschriften am Erzeugerschlachthof Schwäbisch Hall angeliefert“, heißt es in den Erzeugerrichtlinien für Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A. (geschützte geografische Angabe). Und weiter: „Der Einsatz gewerblicher Tiertransporteure ist verboten.“

 

Kurt Memmler aus Frankenhardt bringt seine Schwäbisch-Hällischen Schweine seit jeher selbst zum Schlachthof. Zehn bis zwölf Wochen waren die Tiere alt, als sie in den mit Stroh eingestreuten Stall mit großzügigem Auslauf gebracht wurden; nun, vier Monate später, haben sie ihr Schlachtgewicht von rund 120 Kilogramm erreicht. „Wenn die Zeit da ist, dann ist sie halt da“, sagt er, „dann müssen sie fort.“ Leicht, das ist herauszuhören, fällt dem Landwirt der Schritt nicht. Er gibt zu: „Wenn der Stall leer ist, gefällt mir das gar nicht.“

 

Einer der Söhne hilft ihm, jeweils neun Tiere in den Hänger zu treiben. Die Fahrt zum Schlachthof dauert nur rund 25 Minuten. In den Richtlinien steht dazu: „Die Verladung und der Transport der Schlachtschweine zum Schlachthof Schwäbisch Hall findet ausschließlich aus dem Gebiet der Landkreise Schwäbisch Hall, Ansbach, Rems-Murr, Hohenlohe, Ostalb und Main-Tauber statt. Die Fahrzeit muss weniger als 2 Stunden betragen.“ Die Eingrenzung auf sechs Landkreise garantiert kurze Transportwege und hält damit die Belastung für die Tiere so niedrig wie möglich. Das ist kritischen Verbrauchern wichtig, die Bilder von eng zusammengepferchten Schweinen vor Augen haben, die tagelang kreuz und quer durch Europa gekarrt werden.

 

Die Schwäbisch-Hällischen werden in gewohnten Stallgruppen transportiert, so werden Rangkämpfe vermieden und sie geraten nicht in Stress. Das ist den Bauern schon aus Respekt vor dem Tier wichtig. Und das wirkt sich positiv auf die Fleischqualität aus. So ist stressfreier Umgang auch im Schlachthof oberstes Gebot, wie in der kommenden Folge zu erfahren ist. PSE-Fleisch mit den Qualitätsmängeln „blass“ (pale), „weich“ (soft) und „wässrig“ (exsudative) wie bei schnell wachsenden Industrieschweinen ist bei Schwäbisch-Hällischen aufgrund ihrer Genetik praktisch ausgeschlossen.

 

Landwirt Kurt Memmler bekommt bei der Anlieferung einen Lieferschein ausgehändigt, auf dem er durch seine Unterschrift die „vollständige Einhaltung der verbindlichen Erzeugerrichtlinien für die Erzeugung von Schwäbisch-Hällischem Qualitätsschweinefleisch g.g.A.“ bestätigt – nur dann kann das Fleisch nach der laut Verordnung (EG) Nr. 1151/2012 eingetragenen und geschützten Bezeichnung vermarktet werden. Darauf können sich Verbraucher verlassen.

 

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