Serie (6): Die Zuchtwahl


Wer entscheidet, welche Schwäbisch-Hällischen Sauen und Eber zur Spitzengruppe gehören? Hier kommt Martin Schneider vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst Schwäbisch Hall ins Spiel. Der 47 Jahre alte Landwirtschaftsmeister ist verantwortlich für die Selektion, das heißt die Auslese der Tiere nach den im Zuchtbuch festgelegten Kriterien. Durch gezielte Anpaarung können die Züchter gewünschte Eigenschaften verstärken und ungewünschte unterdrücken.

 

Die Schwäbisch-Hällischen Sauen werden selektiert, die Schwäbisch-Hällischen Eber gekört, wie es in der Fachsprache heißt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Tiere zwischen 180 und 200 Tage alt. Für die Züchter ist die Selektion von einiger Bedeutung: Vom Urteil des Experten hängt ab, welche ihrer Sauen und Eber fürs Herdbuch der alten Landrasse zugelassen werden. Mit ihnen werden die Sauen für die Ferkelerzeuger gezüchtet.

 

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Mittels einer Tätowierung, die jedes Tier in der dritten Woche nach der Geburt in das rechte Ohr bekommt, lässt sich die Sau beziehungsweise der Eber identifizieren. Sie ist praktisch der Personalausweis. Dann wird das Tier gewogen und das Resultat notiert. Anschießend wird mit einem Ultraschallgerät an drei Stellen des Rückens der Sau die so genannte Rückenspeckdicke ermittelt und ein Mittelwert errechnet. Martin Schneider erklärt, warum das wichtig ist: „Wenn eine Jungsau Ferkel hat, verbrennt sie viel Energie.“ Dieses Polster ist also lebenswichtig für die Mutter.

 

Ist ein Tier gewogen und gemessen, darf es im Hof herumspazieren. Jetzt geht’s an die optische Beurteilung. Entspricht das Tier den Zuchtzielen, welche die Züchtervereinigung 1986 festgelegt hat? Die Zitzen werden gezählt, so genannte Zwischenzitzen, die sich vererben, sind verpönt. Dann sind Länge und Höhe des Körpers zu beurteilen, anschließend die Bemuskelung. Besonders wichtig für die recht schweren Tiere ist das Fundament – die Beine, die Fesseln und die Klauen. Aus den vielen Details errechnet Martin Schneider am Ende eine Note für jedes Tier: 7 und 8 qualifizieren fürs Herdbuch, mit den Noten 5 und 6 ist die Sau für die Ferkelerzeugung geeignet.

 

Wenn ein Züchter mit dem Urteil von Martin Schneider nicht einverstanden ist, kann er sich an den Zuchtleiter für Baden-Württemberg wenden. Albrecht Weber aus Stuttgart hat das letzte Wort in dieser Sache. Er wacht darüber, dass nur Schwäbisch-Hällische ins Herdbuch kommen, die dem Zuchtziel entsprechen

 

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