Streicheln erwünscht


Stuttgart im Zeichen des guten Geschmacks: Die Slow Food Messe präsentiert von 25. bis 28. April den kulinarischen Reichtum der Regionen. Zum Auftakt ist als Botschafterin der Hohenloher Bauern Kerstin Gronbach mit der kleinen Schweineschule dabei.

 

Wo Kerstin Gronbach auftaucht, sind Kinder nicht weit. Die Hohenloherin aus Michelbach an der Heide hat nämlich im Gepäck, was die meisten wohl noch nie live gesehen haben: Schwäbisch-Hällische Ferkel, die sich quicklebendig im Stroh tummeln. „Pädagogisch wertvoll und immer schweinisch gut drauf“ vermittelt die Bäuerin Wissenswertes aus dem Leben der Schweine: „In der kleinen Schweineschule lernen nicht die Schweine, sondern Kinder lernen etwas über Schweine.“ Als Botschafterin der Hohenloher Bauern gastiert Kerstin Gronbach mit der kleinen Schweineschule zum Auftakt der Slow Food Messe in Stuttgart auf dem Messegelände in Stuttgart (im Rothauspark zwischen Halle 5 und Halle 6). Motto: Streicheln erwünscht.

 

Wer Fleisch isst, sollte wenigstens einmal im Leben in einem Schweinestall gewesen sein
Kerstin Gronbach, Bäuerin

 

Als reinen Streichelzoo will die Bäuerin den Auftritt mit den Tieren freilich nicht verstanden wissen. Wozu brauchen wir Bauern? Woher kommt das Fleisch? Fragen, die Kerstin Gronbach beantwortet. Sich selbst auf der Gitarre begleitend, singt und grunzt sie Lieder vom Leben auf dem Bauernhof, vom Mähdrescher, vom Müller, vom Schweinemüsli – und vom Metzger. „Denn jetzt kommt das, was niemand hören will“, sagt sie und macht den Kindern unmissverständlich klar: „Auch meine Schweine werden irgendwann geschlachtet. So kleine Ferkel“, schiebt sie nach, „natürlich noch nicht.“ Ihre Überzeugung: „Wer Fleisch isst, sollte wenigstens einmal im Leben in einem Schweinestall gewesen sein.“

 

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 „Essen, was man retten will“, lautet – und das passt – die Maxime von Slowfood. Denn was nachgefragt wird, wird auch weiter erzeugt und trägt so bei zur Vielfalt auf dem Teller sowie zur biologischen und kulturellen Vielfalt der Regionen. Die Hohenloher Bauern sind mit ihren Spezialitäten vom Schwäbisch-Hällischen in den Messehallen vertreten. Schließlich ist die alte Landrasse Passagier in der Arche von Slowfood, dem „Rettungsschiff“ des kulinarischen Erbes fast vergessener lokaler Spezialitäten. Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch gehört zudem zu den Lebensmitteln in Deutschland, die das blau-gelbe EU-Siegel „geschützte geografische Angabe“ tragen dürfen. Der EU-Herkunftsschutz sichert die Existenz der Hohenloher Landwirte, die das traditionelle Produkt pflegen, indem er ihre Erzeugnisse vor Nachahmung und Missbrauch schützt.

 

Besucher der Slow Food Messe, die mit den Hohenloher Bauern ins Gespräch kommen, sich über den EU-Herkunftsschutz informieren und die Spezialitäten probieren möchten, finden den Stand auf der Messe Stuttgart in Halle 5, B70.


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