Trendsetter in Sachen Stallbau


Vater Werner und Sohn Andreas May, der Hofnachfolger, leiten gemeinsam den Betrieb auf der Frankenhöhe im Kreis Ansbach. Wie es aussieht, in schönster Harmonie. „Landwirtschaft ist eben ein Generationenprojekt“, sagt Werner May und grinst.

 

Zahlenmäßig sind sie bei Familie May eindeutig in der Unterzahl: Auf fünf Männer (zählt man Rauhaardackel Charly dazu, sogar sechs) kommen gerade mal zwei Frauen - Werner Mays Mutter Berta, eine rüstige 86-Jährige, und seine Ehefrau Claudia. Die so herzliche wie fröhliche 56-Jährige ist aber eindeutig der Mittelpunkt der Familie, die sich zum Vesper um den Tisch in der Wohnküche des großen Hauses versammelt. Zum Essen gibt’s natürlich Hausmacher Wurst von eigenen Schweinen.

 

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Die Mays züchten und mästen Schwäbisch-Hällische Schweine, und das seit langem. Bereits 2003 hat sich Werner May der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall angeschlossen und den Mischbetrieb nach und nach auf die alte Landrasse umgestellt. „Wir haben den ersten Pigport-Stall in Bayern und Baden-Württemberg gebaut“, erzählt er stolz. Pigport ist ein Maststallsystem, das auf die Anforderungen fürs Tierwohl zugeschnitten ist. Sein Markenzeichen ist eine einfache Pultdachkonstruktionen aus Holz mit freier Belüftung, großen Festflächen und Liegekisten im Stallinnern, bei späteren Modellen kamen Ausläufe an den Längsseiten hinzu.

  

Als Landwirt kann man sich selbst verwirklichen
Andreas May, Landwirt

 

Der gepflegte Maysche Hof mit dem schönen Nutzgarten liegt im kleinen Weiler Ober-Nordenberg auf der Frankenhöhe und genau auf der Europäischen Wasserscheide. Von den rund einen Kilometer vom Ort entfernten Mastställen geht der Blick über die weite Landschaft mit großen Feldern und Wäldern. Rund 150 Hektar Fläche bewirtschaften Werner und Andreas May. „Wir erzeugen unser Futter fast alles selbst“, lediglich gentechnisch unverändertes Soja müssen sie zukaufen.

 

Dank der Lage im Kreis Ansbach zählt der Betrieb in Windelsbach zu dem Gebiet, in dem den Bauern die Vermarktung des von der EU als „geschützte geografische Angabe“ ausgezeichneten Schwäbisch-Hällischen Qualitätsschweinefleischs erlaubt ist – nämlich im Kreis Schwäbisch Hall und den fünf angrenzenden Kreisen. Das hat gute Gründe: So beträgt der Transport der Schwäbisch-Hällischen Mastschweine der Mays zum Erzeugerschlachthof in Schwäbisch Hall weniger als zwei Stunden. Das bedeutet wenig Stress für die Tiere.

 

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Die Muttersauen sind direkt am Hof in den alten Gebäuden in einer großen Strohliegehalle untergebracht. Muttertiere wie Mastschweine werden natürlich nach den Erzeugerrichtlinien gehalten (https://haellisch.eu/wp-content/uploads/2018/04/2017_Erzeugerrichtlinien.pdf). Diese beinhalten neben dem Verbot von Gentechnik beispielsweise auch das größere Platzangebot für die Schweine und das Verbot von Antibiotika. „Davon bin ich total überzeugt“, sagt Werner May, Sohn Andreas nickt zustimmend.

 

Der Hofnachfolger hat in Weihenstephan-Triesdorf Agraringenieur studiert und sich für den Beruf fit gemacht. Auf seine Initiative hin hat die Familie auf das so genannte geschlossene System umgestellt – Zucht und Mast auf dem Hof. „Das Schwein ist vom Ferkel bis zur Schlachtung bei uns, das hat fast nur Vorteile“, sagt der 32-Jährige: „Und das ist ja das Schöne: Als Landwirt kann man sich selbst verwirklichen.“

 

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