Verbraucher setzen sich durch


„Genfutter, nein danke!“, sagen die deutschen Verbraucher. Bei der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall wissen sie sich in guten Händen: Bei der Erzeugung von Schwäbisch-Hällischem Qualitätsschweinefleisch g.g.A. (geschützte geografische Angabe) verzichten die Landwirte aus Hohenlohe seit jeher auf gentechnisch manipulierte Futtermittel für ihre Tiere. Das Vorbild zeigt Wirkung: Wie jetzt gemeldet wird, lässt auch Deutschlands größter Geflügelanbieter seine Vögel in Zukunft wieder mit gentechnikfreiem Futter mästen.

 

Damit ist das Unternehmen der erste Produzent, der aus dem kaum zehn Monate alten Beschluss der Branche aussteigt, wieder Gensoja zu verwenden. „Wir gehen von einer nahezu vollständigen Rückkehr der Geflügelfleischindustrie zur gentechnikfreien Produktion innerhalb der nächsten Monate aus“, kommentiert Alexander Hissting, Sprecher des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik, die Nachricht. Dies sei ein starkes Signal an die Sojaproduzenten in Brasilien, weiterhin auf Gentechnikfreiheit zu setzen und ein Warnschuss für die Schweinefleischbranche, sich rechtzeitig auf die Wünsche der Kunden einzustellen.

 

Was viele Verbraucher nicht wissen: Die großen deutschen Schweinemäster verfüttern an ihre Tiere gentechnisch verändertes Soja, um billig den Eiweißbedarf der Tiere zu decken. Der Anbau ist in der EU zwar verboten, aber über 80 Prozent aller Soja-Importe auf dem deutschen Markt enthalten Gentechnik, belegte 2012 eine Studie des World Wide Fund For Nature (WWF). „Gentechnik landet mit Fleisch, Eiern oder Käse auf unseren Tellern, ohne dass wir es wissen“, warnt WWF-Referentin Dr. Birgit Wilhelm, „Lebensmittel von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futtermittel gefüttert werden, müssen nicht gekennzeichnet werden.“ Wer konventionell erzeugte Nahrung isst, müsse davon ausgehen, dass die Tiere zuvor mit gentechnisch verändertem Soja gefüttert wurden.

 

„Gentechnisch manipulierte Futtermittel oder Pflanzen, die von gentechnisch manipuliertem Saatgut stammen, sind in der Schwäbisch-Hällischen Qualitätsfleischerzeugung sowie im Gesamtbetrieb verboten“, heißt es dagegen klar und deutlich in den Richtlinien der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Darauf kann sich verlassen, wer Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A. kauft. Bewusste Verbraucher essen lieber weniger Fleisch und dafür gutes – nicht nur zu Weihnachten!

 

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