„Vor Johanni bitt um Regen“


Am 24. Juni ist Johannistag. Verknüpft ist das Datum mit Festen im Zusammenhang mit der Sommersonnenwende am 21. Juni und Brauchtum wie dem Johannisfeuer. Für die Bauern ist der Johannistag jedenfalls seit jeher ein Wendepunkt im Jahresverlauf.

 

Der Johannistag, auch als Johannestag oder Johanni bekannt, erinnert an die Geburt Johannes des Täufers. Der Tag liegt genau sechs Monate vor dem Geburtstag von Jesus Christus. Johannes der Täufer war ein Bußprediger und gilt unter Christen als letzter wichtiger Prophet vor Jesus Christus. Fast alle christlichen Kirchen feiern diesen Tag.

 

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Es existieren viele Bräuche rund um den Johannistag. Dazu zählen etwa das (ursprünglich heidnische) Anzünden eines Johannisfeuers in der Nacht vor dem Johannistag sowie der Tanz um das Feuer. Das Johannisfeuer steht dabei als Symbol für die Sommersonnenwende und wird auch Sonnenfeuer genannt. Dem Volksglauben nach sollen so Dämonen vertrieben werden. In manchen Regionen wird eine Johanniskrone aus Zweigen und Blumen geflochten, die am Dorfplatz aufgehängt wird. In vielen Gegenden finden Johannisfeste statt, auch in Hohenlohe lassen traditionsbewusste Gemeinden den Brauch wieder aufleben oder veranstalten Johannismärkte.

 

Von der Bedeutung des Tags für die Landwirtschaft zeugen die vielen Bauernregeln, die sich auf ihn beziehen. „Johanni trocken und warm, macht den Bauern nicht arm“, „Regnet’s am Johannistag, regnet es noch vierzehn Tag“, „Vor dem Johannistag, keine Gerste man loben mag“ oder „Vor Johanni bitt um Regen, nachher kommt er ungelegen“.

 

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In der Regel neigt sich um den Johannistag die Schafskälte und damit die Frostgefahr dem Ende zu. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Während die meisten Menschen das anhaltend warme und trockene Wetter der vergangenen Wochen genossen haben, hätten sich andere in den vergangenen Wochen weniger Hitze und mehr Niederschläge gewünscht. Kein Berufsstand ist schließlich so abhängig vom Wetter wie die Bauern.

 

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Und so sind im Osten Deutschlands die Mähdrescher bereits auf den Feldern. Auch die Landwirte in Hohenlohe, die Schwäbisch-Hällische züchten und mästen, wird die Trockenheit zu verfrühter Ernte des Schweinefutters zwingen. „Wahrscheinlich geht’s nächste Woche los“, sagt Dieter Hofmann vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst und selbst Bauer. Die Felder, auf denen Raps und Gerste angebaut werden, sind zwischen dem hellgrünen Weizen bereits als gelbe Streifen in die Landschaft auszumachen. Dann sollte es freilich nicht regnen – er käme ungelegen.

 

 

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