Wie artgerechte Tierhaltung aussieht


Die Nutztierhaltung und die Frage nach der Berechtigung, diese zum Verzehr zu töten, werden zunehmend emotional diskutiert. Die DVD „Tiere sind Mitgeschöpfe - Artgerechte Tierhaltung“ für Unterricht und Erwachsenenbildung liefert Fakten zum Thema.


Sind Fleischesser Mörder? Sind Bauern, die Schweine in Großställen halten, Verbrecher? Sind Vegetarier oder Veganer die besseren Menschen? Fragen, die angesichts von Massentierhaltung und Skandalen gestellt werden. Doch es gibt inzwischen auch immer mehr Bauern, die ihre Tiere artgerecht halten. Eine der ältesten Initiativen ist die vor 30 Jahren von Bio-Landwirt Rudolf Bühler und seinen Mitstreitern gegründete Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall (BESH) mit ihrer einst fast ausgestorbenen Schwäbisch-Hällischen Schweinen. Carsten Krüger stellt die Hohenloher Bauern in den Mittelpunkt seiner Dokumentation „Tiere sind Mitgeschöpfe – Artgerechte Tierhaltung“.

 

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Filmemacher Krüger beleuchtet die Geschichte („Eine alte Schweinerasse wurde wiederentdeckt“) und besucht (Kapitel 2 „Artgerechte Schweinehaltung“) den Hohenloher Ferkelzüchter Dietmar Lober. Der Bio-Landwirt erklärt zwei Jungen, dass die Schwäbisch-Hällische Muttersau 250-mal so viel wiegt wie ihre neu geborenen Ferkel. Lober ist der Überzeugung, dass eine emotionale Beziehung vom Bauern zu den Tieren wichtig ist und diese in Großställen verloren gegangen ist.


In Kapitel 3 behandelt Krüger den Kreislauf vom Stroh – Einstreu ist bei Schwäbisch-Hällischen Mastschweinen Pflicht - zum Kompost. „Fleisch essen, eine Besonderheit“ ist Kapitel 4 überschrieben. Es informiert über die Schlachtung der Schweine im Erzeugerschlachthof der Hohenloher Bauern. Vom Rüssel bis zum Schwanz – alles wird von einem Schwein verarbeitet. Schweinefleisch und Wurst wird auch in der traditionellen Form der Haltbarmachung in Dosen verpackt. In eigenen Märkten und über Fachmetzgereien werden Fleisch und Wurst an die Kunden gebracht. „Das ist die zukunftsfähige Form der Landwirtschaft, dass wir die regionalen Kreisläufe leben“, ist Rudolf Bühler überzeugt.

 

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Die DVD enthält weitere Zusatzfilme, die zur Vertiefung, aber auch unabhängig vom Hauptfilm eingesetzt werden können. „Darf man Tiere zum Verzehr töten?“: Zu dieser Frage nimmt Bauernpfarrer Willi Mönikheim Stellung. Er verweist auf die Verantwortung gegenüber Tieren hin – und begründet dies theologisch mit einem Satz von Albert Schweitzer: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Professor Michael Succow macht auf die Folgen der Abschaffung von Nutz- und Haustieren für die Biodiversität aufmerksam.


Bewusst verzichten die Filme und Zusatzmaterialien auf schockierende Darstellungen etwa in Massentierställen oder Schlachthöfen. Das Material ist so zusammengestellt, dass sowohl die Bauern, die ihre Tiere artgerecht halten, zu Wort kommen und in ihrer Arbeit gezeigt werden, als auch die Positionen von Vegetariern oder Veganern angeschnitten werden.


Die Materialien der Multimediaformatierung wollen den Diskussionsprozess unterstützen. Sie sind für die Grundschulklassen 3 und 4 sowie für die Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 7) geeignet, lassen sich aber auch in der Erwachsenenbildung einsetzen.


Info: 
Gegen eine Schutzgebühr von 4,80 Euro kann die DVD bei der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall bestellt werden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Fax (07904) 9797-29

 

 

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